Indische Pflegekräfte für Deutschland?
Warum das Abkommen Ihren Personalmangel nicht löst.
Ricardo Morote
Der Autor

Veröffentlicht am

Händedruck zwischen einer Person im Anzug und einer Person in weißer Kleidung vor deutschen und indischen Flaggen.
Große Schlagzeile. Große Hoffnung.
Bundeskanzler Friedrich Merz verkündet ein Abkommen mit Indien: Pflegekräfte sollen kommen. Viele. Schnell.
Und ganz ehrlich: Klingt erstmal wie die Rettung für Ihren Pflegedienst. Endlich wieder genug Personal. Endlich keine 12-Stunden-Dienste mehr. Endlich keine leeren Stellenanzeigen. Doch jetzt die unbequeme Wahrheit: Dieses Abkommen wird Ihr Problem nicht lösen. Zumindest nicht, wenn Sie keinen Klinik-Konzern mit Millionenbudget führen. Warum das so ist – und warum die Pflegekammer NRW das Problem gleichzeitig weiter verschärft – lesen Sie hier.
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Eine gestresste Medizinstudentin im Arztkittel mit Stethoskop lernt in einem Klassenzimmer mit anderen Studenten.
Das Indien-Abkommen – politische Lösung, praktische Probleme
Die Idee dahinter ist simpel: Indien hat viele Pflegekräfte. Deutschland hat zu wenige. Also holen wir sie rüber. Auf dem Papier klingt das logisch. In der Realität sieht es anders aus.
Pflegekräfte sind keine Containerware
Pflegekräfte lassen sich nicht einfach importieren wie Ersatzteile. Was wirklich passiert: • Anerkennungsverfahren dauern Monate bis Jahre • Sprachkurse sind Pflicht – B2/C1, nicht „Pflege-Deutsch light“ • Unterschiedliche Pflegesysteme • Andere Dokumentationsstandards • Andere Erwartungen an Verantwortung und Haftung Ergebnis: Produktiv ab Tag 1? Fehlanzeige.
Zwei Männer schütteln Hände vor dem MEGA-CARE AG Gebäude, aus dem Geld fließt, während auf der anderen Seite eine Pflegerin eine alte Frau tröstet, vor einem verfallenen Gebäude mit der Aufschrift „PFLEGEDIENST MÜLLER – SEIT 1980 WIR KÄMPFEN UMS ÜBERLEBEN“.
Warum große Träger profitieren – und kleine Pflegedienste verlieren
Große Kliniken können sich das leisten: • Eigene HR-Abteilungen • Integrationsprogramme • Mentorenmodelle • Sprachförderung im Arbeitsalltag Ein ambulanter Pflegedienst mit 30, 50 oder 80 Mitarbeitern? Der braucht: • Pflegekräfte jetzt • Pflegekräfte, die das System kennen • Pflegekräfte, die die Sprache sprechen • Pflegekräfte, die selbstständig Touren fahren
Realität im Alltag
Während Ihre neue Pflegekraft aus Indien noch im Sprachkurs sitzt, fährt Ihr Bestand weiter am Limit. Das Abkommen hilft also vor allem einem: Der Politik bei der Kommunikation.
Und währenddessen passiert etwas viel Gefährlicheres
Während alle über neue Fachkräfte aus Indien sprechen, verlieren wir still und leise die besten, die wir haben.
Die Pflegekammer NRW als Brandbeschleuniger
Ab 2027 plant die Pflegekammer NRW: • Zwangsmitgliedschaft für examinierte Pflegekräfte • Pflichtbeiträge • Kaum wahrnehmbarer Nutzen im Arbeitsalltag Die Reaktion? • Massive Kritik • Demonstrationen • Shitstorms • Und vor allem: Abwanderungsgedanken Viele examinierte Pflegekräfte sagen offen: „Dann höre ich lieber auf, bevor ich mir das antue.“
Der Pool schrumpft – und Ihre Konkurrenz schläft nicht
Fünf Pflegekräfte in einem leeren Schwimmbad mit Rollstühlen und Rettungsringen; Schild: „PFLEGEKRÄFTE-POOL DEUTSCHLAND: LEERLAUF“ und abfallender Pfeil.
Fakt ist: • Mehr Pflegekräfte gehen in Rente als nachkommen • Immer mehr denken über einen Berufswechsel nach • Der Markt an deutschsprachigen, erfahrenen Fachkräften wird immer kleiner Und jetzt kommt der unangenehme Teil:
Ihre Konkurrenz rekrutiert bereits systematisch
Andere Pflegedienste: • schalten gezielte Social-Recruiting-Kampagnen • bauen Arbeitgebermarken auf • sprechen Pflegekräfte emotional an • wechseln von „Stellenanzeigen hoffen“ zu aktiver Gewinnung Wer das nicht tut, ist abhängig von: • Zufall • Mundpropaganda • einer veralteten Karriereseite Kurz gesagt: Kein Plan von Personalgewinnung.
Warum „Abwarten“ die schlechteste Strategie ist
Viele Entscheider denken: „Mal schauen, was aus dem Indien-Abkommen wird.“ Das Problem: Während Sie schauen, handeln andere. Und Pflegekräfte entscheiden sich nicht für den besten Pflegedienst, sondern für den, der sichtbar, präsent und überzeugend ist.
Pflegekräfte wählen heute Arbeitgeber – nicht umgekehrt
Sie vergleichen: • Arbeitszeiten • Teamkultur • Führung • Wertschätzung • Entwicklungsmöglichkeiten Wer hier kein klares Profil hat, verliert.
Eine Gruppe von Pflegekräften und Senioren lächelt unter einem Banner: "HEIMISCHE PFLEGEKRÄFTE GEWINNEN UND BINDEN".
Die echte Lösung: Heimische Pflegekräfte gezielt gewinnen und binden
Die Wahrheit ist unbequem, aber klar: • Die Lösung kommt nicht aus Indien • Sie liegt in Ihrer eigenen Positionierung • In Ihrem Recruiting-System • In Ihrer Kommunikation als Arbeitgeber
Was erfolgreiche Pflegedienste heute anders machen
Sie sprechen Pflegekräfte dort an, wo sie sind (Social Media) • Sie zeigen echte Einblicke statt Stockfotos • Sie haben klare Prozesse vom Erstkontakt bis zur Einstellung • Sie denken Recruiting wie Marketing
Das Abkommen mit Indien ist eine politische Maßnahme. Die Pflegekammer NRW ein zusätzlicher Belastungsfaktor. Beides können Sie nicht ändern. Was Sie ändern können: • Wie sichtbar Ihr Pflegedienst ist • Wie attraktiv Sie als Arbeitgeber wirken • Ob Sie Pflegekräfte dem Zufall überlassen – oder systematisch gewinnen Warten ist Roulette mit Ihrer Existenz. Wenn Sie wissen wollen,
wie Sie als Pflegedienst planbar, regional und unabhängig von politischen Luftnummern Pflegekräfte gewinnen,
dann brauchen Sie kein Abkommen – sondern ein System.